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Doppelte Dateneingabe: das teuerste Problem, das niemand auf der Rechnung hat

Von Maria-Luisa Bondarenko ·

Doppelte Dateneingabe: das teuerste Problem, das niemand auf der Rechnung hat

Ein Auftrag kommt per E-Mail rein. Jemand tippt ihn ins Auftragsbuch. Dann in die Rechnungssoftware. Dann in die Excel-Liste für die Auswertung. Dieselben Daten, drei- oder viermal erfasst, jeden Tag, von Menschen, die eigentlich Besseres zu tun hätten. Fast jeder gewachsene Betrieb kennt das, und fast überall gilt es als Naturgesetz. Ist es aber nicht. Es ist ein lösbares Problem, und in diesem Artikel geht es darum, was es wirklich kostet, warum es entsteht und welche drei Wege es gibt, es loszuwerden, mit einer ehrlichen Einordnung, welcher Weg wann passt.

Was Doppeleingaben wirklich kosten

Die reine Tipparbeit ist der kleinste Posten. Rechnen Sie trotzdem einmal mit: Wenn drei Mitarbeitende täglich je 30 Minuten mit Mehrfacherfassung verbringen, sind das im Jahr über 350 Arbeitsstunden. Das ist fast ein Viertel einer Vollzeitstelle, nur fürs Abtippen von Daten, die schon existieren.

Der größere Posten ist unsichtbar: Fehler. Jede manuelle Übertragung ist eine Gelegenheit für Zahlendreher, vergessene Positionen und veraltete Stände. Ein einziger Übertragungsfehler in einer Rechnung oder einer Bestellung kostet mehr Zeit in der Klärung, als eine Woche Abtippen dauert, und er kostet etwas, das sich nicht in Stunden messen lässt: das Vertrauen des Kunden, der die falsche Lieferung bekommt.

Und der dritte Posten: Ihre Daten sind nie an einem Ort aktuell. Welche Zahl stimmt, die im Auftragsbuch oder die in der Excel-Liste? Wer Auswertungen auf Datenbeständen macht, die per Hand synchronisiert werden, wertet die Vergangenheit aus, nicht den Ist-Zustand.

Warum das Problem entsteht

Niemand plant Doppeleingaben. Sie wachsen. Ein Betrieb schafft über die Jahre für jede Aufgabe das jeweils naheliegende Werkzeug an: eine Buchhaltungssoftware, ein Branchenprogramm, ein paar Excel-Listen für alles dazwischen. Jedes Werkzeug ist für sich vernünftig. Nur miteinander sprechen sie nicht, und die Brücke zwischen ihnen bauen dann Menschen, mit den Händen, jeden Tag. Das erklärt auch, warum das Problem so hartnäckig ist: Es gibt keinen Moment, in dem es entsteht, und deshalb keinen Moment, in dem jemand Alarm schlägt. Es wird einfach jedes Jahr ein bisschen größer.

Die drei Wege, es loszuwerden

Weg 1: Bordmittel nutzen. Viele Programme können mehr, als im Betrieb bekannt ist. Import- und Exportfunktionen, fertige Anbindungen an gängige Buchhaltungssoftware, automatische Übernahmen. Bevor irgendjemand etwas Neues baut oder kauft, lohnt ein halber Tag mit der Frage: Was können unsere vorhandenen Systeme schon, das wir nicht nutzen? Das ist der günstigste Weg, und er wird am häufigsten übersprungen.

Weg 2: Systeme verbinden. Wenn die Bordmittel nicht reichen, ist die nächste Stufe eine Schnittstelle: eine kleine technische Brücke, die Daten automatisch von einem System ins andere trägt. Der Auftrag wird einmal erfasst und taucht überall dort auf, wo er gebraucht wird. Das ist meist ein überschaubares Projekt von Wochen, nicht Monaten, und es lässt alle vorhandenen Systeme am Leben. Die Voraussetzung: Die beteiligten Programme müssen technisch zugänglich sein, was bei moderner Software fast immer und bei sehr alter gelegentlich nicht der Fall ist.

Weg 3: Zusammenführen. Manchmal ist die ehrliche Diagnose, dass nicht die Verbindungen fehlen, sondern dass zu viele Einzellösungen nebeneinander existieren. Dann ist die nachhaltige Antwort ein System, das die zentralen Abläufe unter einem Dach abbildet, sei es eine passende Standardlösung oder eine individuell gebaute. Das ist der aufwendigste Weg, und er lohnt sich erst, wenn Weg 1 und 2 geprüft sind. Wer ihn geht, sollte ihn schrittweise gehen: ein Ablauf nach dem anderen, das Alte bleibt an, bis das Neue sich bewiesen hat.

Womit Sie morgen anfangen können

Sie brauchen für den ersten Schritt weder Budget noch Dienstleister. Nehmen Sie sich den einen Vorgang vor, der am häufigsten vorkommt, bei den meisten Betrieben ist es der Weg eines Auftrags von der Anfrage bis zur Rechnung. Schreiben Sie auf, in welche Systeme und Listen dabei dieselben Angaben eingetragen werden und von wem. Diese eine Skizze zeigt Ihnen schwarz auf weiß, wo Ihre teuerste Doppeleingabe sitzt, und damit auch, wo sich die erste Verbindung am schnellsten bezahlt macht.

Wandelwerk Tech verbindet Systeme und entwickelt individuelle Software für den Mittelstand. Wenn Sie wissen wollen, welcher der drei Wege zu Ihrem Betrieb passt, sprechen Sie mit uns, die Einschätzung ist unverbindlich.